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Sprachprobleme
(Anfrage 1.3.2001)
FRAGE:
Sehr geehrte Frau Magister!
Durch eine Volkschullehrerin habe ich von dieser anonymen Beratung erfahren.
Ich möchte Sie ersuchen mir einige Ratschläge bzw eine Beratung
zu folgenden Problemen.
Meine Tochter, geht heute in die 2. Volkschule und hat in ihren ersten
Lebensjahren viel mitgemacht. Sie hatte einige Operationen, damit sie
überhaupt leben konnte. Mit vier Jahren unterzog ich meiner Tochter
einer Logopädie, damit ihre Sprachprobleme behoben wurden. Jetzt
spricht meine Tochter ohne Schwierigkeiten sämtliche Buchstaben aus,
hat aber bei der SATZSTELLUNG noch Probleme - leider wird sie in der Schule
von einer "überguten" Schülerin damit geärgert.
Durch die Fehler bei der Satzstellung hat sie auch Probleme mit anderen
Leuten zu reden und meint immer, dass sie "BLÖD" ist. Es
ist nur so, dass keiner meiner neun-köpfigen Familie je zu ihr soetwas
sagt.
Meine Tochter leidet - so glaube ich - an Konzentrationsschwächen
und macht deshalb vermehrt Fehler bei Ansagen. In Mathematik hat sie keine
Schwierigkeiten. Ich hätte gerne gewußt, ob Streß-Situationen
ein Kind mit einer solchen Vergangenheit Probleme bereiten. Ferner würde
mich interessieren, ob es für Leistungsabfall eine Hilfeleistung
meinerseits gibt. Danke für Ihre Auskunft.
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ANTWORT: Sehr geehrte Frau ..... !
Sie scheinen mit Ihrer Tochter C. schon viel durchgemacht zu haben. Leider
kann ich aus Ihrer Frage nicht entnehmen, ob die Operationen im Zusammenhang
mit der Sprachentwicklung waren oder nicht. Verzögerungen oder Störungen
der Sprachentwicklung hängen aber sehr oft mit Problemen beim Schriftspracherwerb
(Lesen, Schreiben) zusammen, sodass die Fehler bei den Ansagen eventuell
dadurch verursacht sein könnten.
Durch die Fehler
in der Satzstellung und die damit verbundene Unsicherheit beim Sprechen
kann das Selbstwertgefühl eines Kindes leiden, was wiederum zu vermehrtem
Stress führen und die Leistungen indirekt verschlechtern kann. Wichtig
wäre meines Erachtens eine Schulpsychologische oder Klinisch-Kinderpsychologische
genaue Abklärung, welche altersentsprechenden Stärken und welche
Schwächen bei Ihrer Tochter vorliegen, um eine effiziente Förderung
in die Wege zu leiten. Zu einer Testung gehört auch eine Empfehlung
für weitere Hilfestellung, die Sie selbst, die Schule oder entsprechende
Therapeuten durchführen können. Was Ihrer Tochter auf alle Fälle
hilft, ist Zuspruch, Ermunterung und Stärkung des Selbstvertrauens
durch Übertragung von Verantwortung. Außerdem wäre ein
Gespräch mit der Klassenlehrerin ratsam um Hänseleien in der
Klasse entgegenzuwirken.
Mit freundlichen Grüßen,
Renate Strasser
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